von Bianka Boock

Bloggen – ein Ausweg aus dem Content-Dilemma

von Bianka Boock

Viele Entscheider unterschätzen, was es in ihren Unternehmen an berichtenswerten Neuigkeiten gibt. Ihre Antworten auf Fragen nach Neuigkeiten fallen immer gleich karg aus: „Wir haben nichts Besonderes“, „Alles ist wie immer“ oder „Fragen Sie in ein paar Wochen noch einmal nach“. Angesichts dessen halten sie Bloggen für abwegig und nur etwas für große Konzerne, nach dem Motto: Wenn unsere News schon nicht für eine Presseinformation oder einen Fachartikel reichen, dann wird es mit einem Blog erst recht nichts. Dabei ist dies die falsche Schlussfolgerung. Denn nichts ist dann besser geeignet als ein Blog.

Während für Presseinformationen und Fachartikel strenge Vorgaben gelten, ist ein Blog um Vieles flexibler. Unternehmen können die Themen frei festlegen. Und, Hand aufs Herz: Über Fachthemen zu bloggen, ist immer möglich, da jeder Mitarbeiter Spezialist auf seinem Gebiet ist und es ständig neue Aspekte gibt – vor allem in der Technologiebranche. Die Annahme, dass die Themen trocken und nur schwer vermittelbar seien, bestätigt sich in der Praxis nicht. Dies zeigen viele Unternehmen, die bloggen.

Ein solches Unternehmen ist Congree mit seinem Blog zur Content-Optimierung. Mit Tipps für verständlichere Texte und Beiträgen zu Tone of Voice, indischem Englisch in der Technischen Dokumentation und vielem mehr geben die Mitarbeiter frische „Impulse für Content Heroes“ und stellen gleichzeitig ihre Expertise unter Beweis.

Monatliche Updates und Produkt-PR

Einen anderen interessanten Ansatz verfolgt GetMyInvoices. Im Blog der Rechnungsmanagement-Software erhalten Interessenten jeden Monat ein „Update“ mit Mitteilungen, was im jeweiligen Monat im Unternehmen auf der Tagesordnung stand. So informiert GetMyInvoices nicht nur kurz und verständlich über Verbesserungen der Software, sondern auch mit einer persönlichen Note über bevorstehende Veranstaltungen und Pläne.

Sogar Produkt-PR kann in Blogs eine attraktive Bühne erhalten, wie Foxit Software in ihrem Product Blog demonstriert. Führende Mitarbeiter aus verschiedenen Teilen der Welt des international agierenden Unternehmens verraten anschaulich, welche Vorteile der Einsatz ihrer PDF-Lösungen bringt. So erfahren selbst erfahrene Anwender noch von interessanten Kniffen.

Gestaltungsfreiheit und Pluspunkte für die eigene Webpräsenz

Neben der Themenfreiheit bietet ein eigenes Blog die Möglichkeit, die Corporate Identity umzusetzen. Sowohl Corporate Design als auch Corporate Language können verwirklicht werden. Diese Freiheiten bieten weder Presseinformationen noch Fachartikel, die für Medien verfasst werden. Last, but not least ist das Bloggen nicht per se an einen Redaktionsschuss bzw. an einen festen Zeitplan gebunden. Zwar gibt es Unternehmen, die immer am selben Wochentag Beiträge veröffentlichen, jedoch ist dies keine fremdbestimmte Vorgabe. Es sind auch Veröffentlichungen in größeren Abständen möglich.

Wichtig ist nur, sich überhaupt Zeit fürs Bloggen zu nehmen und zu organisieren, wer wann was zu welchem Thema veröffentlicht. Die Arbeit lohnt sich. Denn gerade in der gegenwärtigen Zeit, in der sich Plattformen um frischen Content reißen, und in der für Hinweise auf Beiträge in Medien eine Linksteuer diskutiert wird, bietet ein Blog – in Kombination mit der eigenen Website – eine hervorragende Möglichkeit, einzigartigen Content zu produzieren und die eigene Webpräsenz bei Suchmaschinen zu ranken.

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